WIE ALLES BEGANN

1910 — Gründung von Gutenberg in Spittelwiese

Der „Verein Arbeiterheim“ kauft das Haus Spittelwiese 5 in Linz um 66.000 Kronen. Noch im selben Jahr wird eine Druckerei namens „Druck- und Verlagsgeschäft Gutenberg, Weiguny & Comp.“ am Standort gegründet.

1916 — Druck der Tageszeitung „Wahrheit!“ (später Tagblatt)

Die Beschäftigten genießen mit einem Achtstundentag und jährlich 14 Tagen Urlaub bereits unüblich hohe Sozialstandards.

Mit der „Wahrheit!“ wird eine auflagenstarke Tageszeitung herausgebracht, die später zu „Tagblatt“ umbenannt wird.

 

1930 — Einführung Schichtbetrieb und neuer Maschinenpark

Trotz der vorjährigen Weltwirtschaftskrise investiert man in neue Maschinen wie einem Heidelberg Druckautomaten und einer Intertype-Bleisetzmaschine.

Der Schichtbetrieb wird eingeführt und damit die Arbeitszeit von 48 auf 41,5 Wochenstunden reduziert.


1934 — Druckerei geht an „Vaterländische Front“

Kurzer, aber erbitterter Bürgerkrieg in Österreich. Der Februar-Aufstand der Arbeiter scheitert und es kommt zur Einstellung ihrer Presse. Die Druckerei wird der „Vaterländischen Front“ übertragen, und die Führung von einem Regierungskommissär übernommen.

1938 — Auflösung der Druckerei Gutenberg

Die längst enteignete „Druckerei Gutenberg GmbH“ wird von den Nationalsozialisten aufgelöst. Offiziell erwirbt der NS-Gauverlag das Haus. Ob die vereinbarte Kaufsumme von 59.022,65 Reichsmark je bezahlt wurde, ist unbekannt. Alle Druckmaschinen werden verschrottet oder weiterverkauft. Gutenberg gibt es nicht mehr.

1945 — Alter Geist der Druckerei wieder geweckt

Am 8. Oktober erscheint erstmals wieder eine Ausgabe des „Tagblatt“. Wenn auch noch „außer Haus“ gedruckt, kehrt in der Spittelwiese der alte Geist zurück. Nach sieben Jahren NS-Diktatur beginnt der Wiederaufbau – auch in der Druckerei Gutenberg.

1948 — „Tagblatt“ wird wieder bei Gutenberg gedruckt

Das „Tagblatt“ wird wieder in der Spittelwiese gedruckt. Ob der zusammengetragenen, alten Maschinen sprechen die Drucker zwar vom „Gutenberg-Museum“, die MAN-Rotationsmaschine stammt gar aus 1907, aber ein gut anlaufender Betrieb macht dies mehr als wett.

1951 — Eröffnung des neuen Standortes

Der Betrieb wächst, auch räumlich. Schon länger wird an einen Neubau gedacht und bereits Jahre zuvor ein Areal an der Anastasius-Grün-Straße erworben. Am 17. Februar 1951 ist es soweit: Der neue Standort wird feierlich eröffnet und hat 4 Mio. Schilling gekostet. Auch maschinell wird mit einer 32-seitigen MAN-Rotationsmaschine aufgerüstet.

1960 — 50-jähriges Betriebsjubiläum

Gutenberg feiert sein 50-jähriges Betriebsjubiläum. Und zwar im Gasthaus Ammer am Linzer Keferfeld.


1967 — Einführung Offset-Druckverfahren und Repro-Abteilung

Mit einer Einfarben-Heidelberger im Format 50 x 70 cm wird das Offset--Druckverfahren bei Gutenberg eingeführt. Als neues Tätigkeitsfeld entsteht die Repro-Abteilung mit Seitenmontage und Plattenkopie.

1970 — Gründung der Tochter „Werbering GmbH“

Eine Tochtergesellschaft tritt erstmals in Erscheinung: Die „Werbering GmbH“. Aus dem anfänglich fast reinen Plakatierungsunternehmen erwächst bald eine wesentliche Stütze des Gesamtunternehmens.


1983 bis 1988 — Fusion Gutenberg-Werbering in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Mit 78,5 Mio. Schilling wird im Vorjahr ein Umsatzrekord erreicht. Um diese Tendenz beizubehalten, wird erneut modernisiert, vor allem der Vordruckbereich: Die Setzerei wird komplett auf Photosatz umgestellt. 1987 wird aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion des „Oberösterreichischen Tagblatt“ nach Wien verlegt. 1988 fusionieren die Druckerei und der Werbering zur Gutenberg-Werbering GmbH. Ein wichtiger Beitrag, die wirtschaftliche Gesamtsituation ins Positive zu kehren.

1994 bis 2004 — Offensive Strategie trotz schwieriger Marktlage

Eine 5-Farben-Offsetmaschine mit Lackturm und eine völlig neue EDV-Anlage für die Büros werden angeschafft. Weiters erfolgt die Erweiterung mit einer 4-Farben-Druckmaschine der 3b-Formatklasse und das Vertriebsteam wird aufgestockt. Ein neues Zeitalter für die Druckvorstufe bricht an: „Computer to Plate“ (CTP), also digitale Druckplattenbelichtung mit CTP--Belichter, ersetzt die alte Film-Bogenmontage.

2007 — Mitbegründung der Rolling Board Werbe GmbH

Gutenberg-Werbering beteiligt sich als Mitbegründerin zu 50 % an der Rolling Board Werbe GmbH.

2010 – 2014 — Eine Auszeichnung nach der anderen

Gutenberg erhält das „Österreichische Umweltzeichen“ sowie die Zertifizierungen nach PEFC und FSC. 2012 ist das Ende des Rotationsdrucks. Österreichs allererste 8-Farben-Wendemaschine mit Rotocutter von KBA steht bei Gutenberg. Die Druckerei wird mit „Green Brand“ und „Printer of the Year“ ausgezeichnet. Der Verleihung des EU-Ecolabels im Jahr 2013 folgt ein Jahr danach die erstmalige Zertifizierung nach ISO 12647 Prozess-Standard-Offsetdruck.

2017 — Innovativ und serviceorientiert im gesamten Prozess

Gutenberg druckt High Definition (HD) unter dem Titel „D-TAILED“ und kann dank neuester Digitalanlagen auch „Just-in-Time“ produzieren. Maßgeschneiderte Online-Portale vereinfachen zudem das Bestell- und Logistikwesen.